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Viktoriasee

Der Viktoriasee, drittgrößter See unserer Erde und zeitgleich zweitgrößter Süßwassersee, liegt in der ostafrikanischen Hochebene und grenzt dort an die Staaten Kenia, Tansania und Uganda, deren Hafenstädte untereinander mit aktiv betriebenen Schiffslinien verbunden sind. Nur ein Stück weit kleiner als Bayern hat er eine Gesamtfläche von 68.870 Quadratkilometern und ein Volumen von 2.760 Kubikkilometern. An seiner tiefsten Stelle wurden 84 Meter gemessen.

Die Geschichte des Viktoriasees
Seinen Namen erhielt der See 1858 von dem britischen Entdecker John Hanning Speke, der den See für die westliche Welt entdeckte und ihn nach der britischen Königin Viktoria benannte. 1875 wurde der See einmal komplett mit dem Schiff umrundet, ebenfalls von einem Briten, Sir Henry Morton Stanley.

Viele kleine, für ihre schöne Landschaft und Sehenswürdigkeiten bekannten Inseln finden sich innerhalb des Sees – als Bekannteste gilt die Sesse Gruppe. Zusammengefasst bilden sie eine Landfläche von 6.000 Quadratkilometern.

Erdgeschichtlich betrachtet ist der Viktoriasee mit einem Alter von weniger als einer Million Jahre vergleichsweise jung – im Jahre 1954 wurde seine ursprünglich natürliche Größe durch den Bau des Owen-Falls-Dammes bei Jinja künstlich erweitert. Das dadurch erschaffene „Victoria Reservoir" überflutete den natürlichen See.

Der Viktoriasee als Wirtschaftshelfer
Überreste prähistorischer Bauten und Anlagen gaben Aufschluss über die sehr frühe Entwicklung von Landwirtschaft an den Küsten des Viktoriasees. Auch heute noch ist die Landwirtschaft rund um den See sehr ausgeprägt und wichtiger Bestandteil der Infrastruktur – der Anbau von Kaffee, Tee, Wolle und Zuckerrohr bildet die primäre wirtschaftliche Grundlage der Regionen. Darüber hinaus dient der See als Frischwasserreservoir.

Im Viktoriasee leben schätzungsweise 550 verschiedene Fischarten – mehr als in ganz Europa, in dem man nur rund 200 Arten zählt. Die wohl bekannteste Art ist die Familie der Buntbarsche, auf welche die beachtliche Fischvielfalt des Sees zurückzuführen ist. Aufgrund dieser Artenvielfalt, die in den vergangenen Jahrzehnten jedoch stetig abgenommen hat, gilt der Viktoriasee als Modellsystem für die Evolutionsbiologie.

 

 

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